Herausfinden, was im Internet über einen selbst steht

Die große Mehrheit der Onliner in Deutschland prüft mithilfe von Suchmaschinen, was andere über sie im Internet finden können. Dazu hat der Verband Bitkom neulich eine Erhebung durchgeführt.

Der Begriff „Ego-Googeln“ mag sprachlich furchtbar sein, passt als Beschreibung dieses Phänomens indes gut. Nicht nur, weil die wenigsten Onliner eine andere Suchmaschine als Google dafür verwenden, sondern weil das viel mit Neugier und Eitelkeit zu tun haben dürfte. Und auch wenn damit die Wirksamkeit gezielter Maßnahmen überprüft werden soll, mit denen man für einen guten Eindruck sorgen will, geht das ja stark in diese Richtung.

Sinnvoll ist es natürlich trotzdem, allein schon, um mögliche Probleme rechtzeitig aufzuspüren. Es sind schließlich nicht nicht nur die eigenen Einträge, die der eigenen Reputation schaden (oder nützen) können. Deshalb ist eine Überprüfung wichtig, auch wenn man selbst nie etwas unter eigenem Namen online stellt. Übrigens: Wer auf eigene Beiträge unter seinem Klarnamen verzichtet, hat den Beiträgen anderer erst einmal nichts entgegenzusetzen. Insofern ist es besser, selbst aktiv die eigene Onlinereputation mitzugestalten. Je früher, desto besser!

Über die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands:

>>Was gibt es eigentlich im Internet über mich? Die meisten Internetnutzer stellen sich diese Frage und suchen bei Google, Bing & Co. die Antwort. Drei Viertel der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren (74 Prozent) geben ihren eigenen Namen in eine Suchmaschine ein, um zu erfahren, ob es dazu Einträge gibt. Jeder Fünfte (20 Prozent) macht das sogar einmal im Monat oder häufiger. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Der Trend zum Ego-Googeln zeigt, welche große Bedeutung das digitale Ich inzwischen hat“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Das Ego-Googeln ist besonders verbreitet bei den 30- bis 49-Jährigen. 85 Prozent der Internetnutzer in dieser Altersgruppe haben bereits so nach ihrem Namen gesucht. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es mit 82 Prozent fast genauso viele. Aber selbst drei von fünf Internetnutzern zwischen 50 und 64 Jahren (63 Prozent) haben sich bereits gegoogelt. Übrigens ist Ego-Googeln bei Frauen etwas beliebter als bei Männern: Während 77 Prozent der weiblichen Internetnutzer ihren Namen bereits im Web gesucht haben, sind es 71 Prozent bei den Männern. Bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2008 hatte erst die Hälfte der Internetnutzer (50 Prozent) im Netz nach ihrem Namen gesucht, 2011 waren es bereits 69 Prozent.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.007 Bundesbürger ab 14 Jahren im November 2015 befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Wie häufig geben Sie Ihren eigenen Namen in eine Internet-Suchmaschine ein und schauen, ob es zu Ihrem Namen Einträge im Internet gibt?“<<

Über den Autor

Oliver Springer
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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