Digitalisierung, Videokonferenzen und externe Mitarbeiter machen Unternehmen flexibler

Ein Arbeitsplatz ist heute für viele Menschen kein fester Ort mehr, zu dem sie werktags mit Bus, Bahn oder eigenem PKW anreisen. Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht es in vielen Branchen, teilweise oder ganz von zu Hause oder einem anderen selbstgewähltem Platz aus zu arbeiten.

Gerade klassische Büroarbeitsplätze lassen sich gut ins Homeoffice verlegen. Dort arbeiten die Menschen allerdings nicht ganz für sich alleine. Ob als Angestellte oder freie Mitarbeiter gehören sie meist zu mehr oder weniger virtuellen Teams. Schnelle Internetverbindungen und günstige HD-Kameras ermöglichen Videokonferenzen in ansprechender Qualität.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie wertvoll Videochats sind, wenn Auftraggeber oder Teamkollegen nicht nebenan, sondern weit weg sind. Einer meiner wichtigsten Auftraggeber sitzt in Köln, mein Schreibtisch steht in Berlin. Dennoch klappt die Zusammenarbeit sehr gut, denn so wichtig E-Mail, SMS und Telefon weiterhin sind, es sind die Videochats, die am meisten zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit und guten Arbeitsatmosphäre beitragen.

Ich bin deshalb sicher, dass der traditionelle Arbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht zu festen Zeiten in einer Betriebsstätte des Arbeitgebers weiter an Bedeutung verlieren wird. Damit stehe ich nicht allein, der BITKOM hat neulich die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.500 Geschäftsführern und Personalleitern von Unternehmen (ab drei Mitarbeitern) aus allen Branchen präsentiert:

>>Demnach verliert der klassische Büroarbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht künftig an Bedeutung. Davon geht jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) aus. Nur 4 Prozent rechnen mit einer Renaissance des Büros. Zugleich erwartet fast jedes dritte Unternehmen (30 Prozent), dass das Home Office wichtiger wird. Nur 4 Prozent gehen von einem Bedeutungsverlust aus.  Die meisten Unternehmen, die bislang auf die Nutzung des Home Office verzichten, geben an, die Arbeit von zu Hause aus sei einfach generell nicht vorgesehen (64 Prozent)<<, heißt es in der Pressemitteilung des Verbands. Hier sollte man berücksichtigen, dass manche Arbeiten zwingend die persönliche Anwesenheit erfordern oder zumindest die betreffenden Aufgaben bis auf Weiteres am besten direkt vor Ort erledigt werden können. 100 Prozent Heimarbeit sind nicht realistisch.

Die Arbeitswelt verändert sich

„Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist ein zentraler Teil der d!conomy, der digitalen Transformation unserer Wirtschaft“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Viele Unternehmen werden sich umstellen müssen. Das flexible Arbeiten, auch von zu Hause aus, ist etwas, was vor allem gut ausgebildete Hochschulabsolventen erwarten.“ Da spricht er einen wichtigen Punkt an: Flexibilität ist nicht nur etwas, was sich Unternehmen von ihren Mitarbeitern wünschen. Die Mitarbeiter wollen ebenfalls Flexibilität, wenngleich bei ihnen andere Bedürfnisse den Ausschlag geben, etwa eine leichtere Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben.

Mehr als jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) erwartet, dass „externe Spezialisten“ künftig eine entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg beisteuern, gegenwärtig gilt das erst für 24 Prozent der Unternehmen. Fast drei von vier (73 Prozent) meinen, dass sich durch diese externen Spezialisten das Innovationstempo steigern lasse. Als Möglichkeit zum Sparen an den Lohnkosten sieht die Mehrheit die Beauftragung externe Spezialisten nicht, weniger als die Hälfte der Unternehmen glaubt an damit verbundene Spareffekte.

Es geht nicht allein um die Kosten

„Es geht beim Einsatz von externen Spezialisten tatsächlich darum, die Leistungsfähigkeit und das Innovationstempo zu erhöhen, nicht um ein schlichtes Sparprogramm“, erklärte Kempf. 31 Prozent der Unternehmen planen den verstärkten Einsatz externer Spezialisten, nur 3 Prozent wollen deren Einsatz verringern.

Virtuelle Meetings, in erster Linie in Form von Videokonferenzen, nutzen gegenwärtig lediglich 8 Prozent der Unternehmen, aber 39 Prozent rechnen mit einer wachsenden Bedeutung. Die klassische Telefonkonferenz, die 44 Prozent regelmäßig durchführen, wollen 34 Prozent häufiger einsetzen. Neben Kosteneinsparungen steht hier effizienteres Arbeiten im Vordergrund.

Die Digitalisierung wird als Chance für mehr Wachstum und Innovation wahrgenommen. Externe Spezialisten, Homeoffice und virtuelle Zusammenarbeit tragen nach Ansicht von 70 Prozent der Unternehmen zu einem höheren Innovationstempo bei. 65 Prozent erwarten dadurch ein stärkeres Wirtschaftswachstum. „Die Digitalisierung schafft Arbeit und Wachstum“, so Kempf.

Über den Autor

Oliver Springer
Seit 2008 bin ich im Hauptberuf Blogger und schreibe für eigene Projekte und im Auftrag zu einer Reihe von Themen, darunter Kaffee, Internet, Mobilfunk, Festnetz, Video-on-Demand, Selbstmanagement und Musik … Zuvor hatte ich 14 Jahre lang als Moderator und Redakteur für den Radiosender JAM FM gearbeitet, wo ich später auch den Internetauftritt betreute. Mit einem meiner Radiokollegen gründete ich bereits 2002 die Urban Music Website rap2soul.de.

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